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Hits 49   Hinzugefügt 29 May 07   Aktualisiert 29 May 07
Der Radiator vom Schrottplatz  
Publisher Casemodder.de

Beschreibung
Wer seinen PC Wasserkühlen will, kommt um einen mehr oder weniger grossen Wärmetauscher/Radiator (Radiator: lat. radius - der Kreis, daher ein Kreislauf) nicht rum. Warum? Weil die vom Wasser mitgeführte Wärme der CPU irgendwie an die Umgebung abgegeben werden muss. Das geht am besten, wenn das Wasser durch ein Stück Metall fliesst (guter Wärmeleiter) und dieses Metall zur Umgebungsluft hin eine möglichst grosse Oberfläche hat. Damit so ein Wärmetauscher nicht mehrere Meter gross wird, benutzt man Lamellen wie bei einem Pilz. In der Praxis sieht das dann so aus: eine Schlange aus Alu- oder Kupferrohr macht ein paar Windungen vom Wassereinlass zum -auslass. Dabei werden dünne Bleche über die Schlange gesteckt und erweitern somit die Oberfläche von wenigen Quadratzentimeter auf teilweise einige Quadratmeter!

Seit die Industrie die Vorteile und das enorme Geldpotential das hinter Wasserkühlungen steckt entdeckt hat, gibt es Komplett-Sets mit Kühlern, Pumpen etc. und vor allem Radiatoren. Diese sind je nach Ausführung nicht gerade billig. Bei genauerer Betrachtung der bekanntesten Produkte kann man feststellen, dass sie vom Aufbau und Grösse den Klimatauschern aus PKWs sehr ähneln, wenn nicht sogar baugleich sind. Lediglich die nachträglich angebrachten Anschlüsse machen sie mit den Schläuchen der gemeinen PC-Wasserkühlung kompatibel.

Schnell stellt sich jeder ambitionierte Modder die Frage, warum er viel Geld ausgeben soll, wenn der Schrottplatz um die Ecke die Dinger haufenweise rumgammeln hat ? Und tatsächlich, früher als es noch keine Fertig-Wasserkühlung zu kaufen gab musste man ja auch irgendwie an einen Radiator kommen.

So begab ich mich an einem regnerischen Spätnachmittag zu einem Schrottplatz wie man ihn aus dem Film kennt: Stadtrand, heruntergekommene Gegend mit spärlichen verfallenen Häusern, viel Müll und dazwischen zwielichte Gestalten die an irgendwelchen Rostlauben rumschrauben. Wenige Minuten später durchforstete ich etliche Meter Eisenregale nach geeigneten Radiatoren. Schliesslich wurde ich fündig. Der Klimatauscher eines Ford Escort. Leicht schmutzig aber sonst tadellos. Ebenso der Klimatauscher eines VW-Passats . Beide ca 15*30*4 cm. Ich nahm alle zwei mit, und suchte mir den "Oberschrotthändler", ein kleiner finsterer Geselle (und ich übertreibe nicht!). Vielleicht hätte ich an dem Tag nicht meine hochwertige Fila Regenjacke und meine sehr ordentliche graue Hose anziehen sollen (ich kam immerhin direkt aus dem Betrieb); insgesamt wirkte ich also eher wohlhabend, so mit Gelfrisur und guter Kleidung; nicht so wie das sonst übliche Publikum am Schrottplatz die draussen im Regen die Teile selbst mit ölverschmierten Fingern aus den alten Kisten schraubten. So hatten die beiden auch ihren Preis: für den Passat wollte er 30Euro, für den Escort 20!!! Ich hatte zuerst geglaubt er schenkt mir vielleicht einen oder ich zahl zumindest nicht mehr als 5Euro. Pustekuchen. "Da krieg ich ja nen neuen! Ich dachte wir sind hier am Schrottplatz?!" sagte ich. "Das ist kein Schrott; kannst dir ja nen neuen bestellen...!" brummte, nein, bellt er. Widerwillig wollte ich die Dinger vor seine ausgelatschten Fransenlederschuhe (mein Onkel hatt damals bei meiner Komunion solche) schmeissen, doch dann hätte er bestimmt Gebrauch von den 32er Gabelschlüssel gemacht der in griffweite auf einem Ölfass lag. Also gab ich ihm 20 Euro für den Escort und legte den anderen beiseite. Schnellen Schrittes ging ich zum Auto und ärgerte mich ziemlich...später erfur ich von einem Kumpel, dass er beim gleiche Schrottplatz, jedoch vom Gehilfen des Oberschrottmeisters einen VW-Polo Radiator für 10Eur bekommen hat. Hm, vielleicht hatte er sich einfach dementsprechend gekleidet. Achja, nehmt eine Packung Tempos mit, ich sags euch im Ernst, ich hatte keine und hatte dann die Ölreste fast überall kleben...
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